Chondrilla spec. - Knorpellattich-Arten

Familie: Korblütengewächse - Asteraceae

Laut Rothmaler, 2011, gibt es weiltweit 25 "Chondrilla"-Arten; für Deutschland werden dort 2 Arten beschrieben.

Sebald, Seybold, Philippi und Wörz, 1996, Bd. 6, S. 369, sprechen von 50 Arten. In Baden-Württemberg kommt eine Art regelmäßig vor, eine zweite Art wurde bisher hier nur einmal gefunden.

Chondrilla juncea - Großer Knorpellattich, Binsen-Knorpellattich

Mediterrane Pflanze

"Trockenpflanze"

Namen

Englisch: Rush skeletonweed

Französisch: Chondrille à tiges de jonc

Italienisch: Lattugaccio comune, Condrilla giunchiforme

Spanisch: Achicoria dulce

In Oberschwaben kommt der Große Knorpellattich nicht vor. Früher gab es wenige Vorkommen im westlichen Bodenseegebiet und im Hegau.

10.08.2023 - Botanischer Garten Frankfurt am Main
10.08.2023 - Botanischer Garten Frankfurt am Main

Der Große Knorpellattich in der Fachliteratur

Der Große Knorpellattich ist laut www.floraweb.de Raupenfutterpflanze für 1 Nachtfalter.

Eine Beschreibung und schöne Fotos des Großen Knorpellattichs findet man auf der italienischen Seite www.actaplantarum.org und auf der tschechischen Seite www.BioLib.cz.

10.08.2023 - Botanischer Garten Frankfurt am Main
10.08.2023 - Botanischer Garten Frankfurt am Main

Zum Großen Knorpellattich habe ich bei Rothmaler, 2011, gefunden:

Blühmonate: Juli bis September

Standorte: Ruderale Sandtrockenrasen, trockene, sandige Ruderalstellen: Böschungen, Bahnanlagen, Sandgruben; Ackerränder, Brachen, lichte Kiefernwälder

Häufigkeit: 

Im Rückgang begriffen

Areal: meridionales bis südlichtemperates Europa bis Westasien, sowohl im ozeanischen als auch im kontinentalen Klima vorkommend (Stufe 1-9 auf der 10-stufigen pflanzengeographischen Kontinentalitätsskala). Neophyt im australen Australien  und Amerika und im meridionalen bis südlichtemperaten Amerika.

Sommergrün

Halbrosettenpflanze

Hemikryptophyt: Überdauerungsknospen in Höhe der Erdoberfläche

Staude

Rübe

Regenerative Wurzelsprossen

Apomixis: Verlust er geschlechtlichen Fortpflanzung; Samenbildung ohne Befruchtung

Windausbreitung der Samen

Zeigerwerte: 

Vergesellschaftung: wächst gern im Verband "Quecken-Halbtrockenrasen" (V Convolvulo-Agropyrion repentis; V Conv.-Agrop.),  in der Ordnung "Sandtrockenrasen" (O Festuco-Sedetalia; O Fest.-Sedet.) und in den Verbänden "Steinkleefluren" (V Dauco-Melilotion; V Dauco-Mel.) und "Kiefern-Trockenwälder" (V Cytiso ruthenici-Pinion; V Cytis.-Pin.).

10.08.2023 - Botanischer Garten Frankfurt am Main
10.08.2023 - Botanischer Garten Frankfurt am Main

Aus dem Herbarium von Dr. Wolf von Thun, Herbolzheim:

07/2005 - Eichstetten/Kaiserstuhl, Weinbergböschung
07/2005 - Eichstetten/Kaiserstuhl, Weinbergböschung

Chondrilla chondrilloides - Alpen-Knorpellattich

Auch: Chondrilla prenanthoides, 

Alpin-apenninisch (Floea Helvetia); ostpräalpines Florenelement (Sebald, Seybold, Philippi und Wörz, 1996, Bd. 6, S. 369)

"Pionierpflanze in niederen Lagen"

Namen:

Englisch: Alpine Skeletonweed

Französisch: Chonrille des torrents

Italienisch: Lattugaccio dei torrenti

Der Alpen-Knorpellattich ist in Baden-Württemberg nur an der Iller bei Ferthofen vorgekommen. Gilt heute als ausgestorben.

25.06.2022 - Botanischer Garten der Universität Tübingen
25.06.2022 - Botanischer Garten der Universität Tübingen

Der Alpen-Knorpellattich in der Fachliteratur

Eine Beschreibung und schöne Fotos des Großen Knorpellattichs findet man auf der italienischen Seite www.actaplantarum.org und auf der tschechischen Seite www.BioLib.cz.

Laut www.floraweb.de liegen für den Alpen-Knorpellattich keine Angaben zur Nutzung durch Schmetterlinge vor.

25.06.2022 - Botanischer Garten der Universität Tübingen
25.06.2022 - Botanischer Garten der Universität Tübingen

Zum Alpen-Knorpellattich habe ich bei Rothmaler, 2011, gefunden:

Blühmonate: Juli bis August

Standorte:  Subalpine bis montane sickerfrische bis wechseltrockene Flussschotterfluren, kalkstet

Häufigkeit: selten, also in nicht mehr als 5% der Kartierflächen, im bayerischen Allgäu und im Ammergebirge

Ausgestorben an der Iller in SO-Baden-Württemberg

Areal: submeridionales bis südlichtemperates//perialpines Europa, nur im mittleren ozeanischen Klima vorkommend (Stufe 3 auf der 10-stufigen pflanzengeographischen Kontinentalitätsskala). 

Immergrün

Halbrosettenpflanze

Hemikryptophyt: Überdauerungsknospen in Höhe der Erdoberfläche

Staude

Pleiokorm: verzweigter, oft verholzter Bodenspross, der trotz möglicher sprossbürtiger Bewurzelung auf die Verbindung mit der Primärwurzel

 

angewiesen bleibt / Rübe

 

Insektenbestäubung

Windausbreitung der Samen

Zeigerwerte:

Vergesellschaftung: wächst im Verband "Alpine bismontane Flussalluvionen-Ges." (V Epilobion fleischeri; V Epil. fleisch.)

25.06.2022 - Botanischer Garten der Universität Tübingen
25.06.2022 - Botanischer Garten der Universität Tübingen

Meine Knorpellattich-Arten nebeneinander (mit Blühmonaten)