Familie: Geißblattgewächse- Caprifoliaceae früher: Baldriangewächse - Valerianaceae)
Laut "Rothmaler, Exkursionsflora von Deutschland, 2011" gibt es weltweit 250 Baldrian-Arten; für Deutschland werden dort 9 Arten beschrieben.
Sebald, Seybold, Philippi und Wörz, 1996, Bd. 6, S. 18, sprechen auch von 250 Arten weltweit, von denen besonders viele in den Gebirgsländern Mittel- und Südamerikas vorkommen. Einzelne Arten kommen auch in den Bergen Ost- und Südafrikas vor. In Europa, hauptsächlich in den Alpen und den Gebirgen Südeuropas, kommen 20 Arten vor. In Baden-Württemberg gibt es 4 einheimische Arten.
Osteuropäische Pflanze
"Waldpflanze"
Der Arznei-Baldrian steht In Baden-Württemberg auf Platz 60 der Liste der 100 häufigsten Pflanzenarten: www.flora.naturkundemuseum-bw.de/bestimmung.htm. Er ist das häufigste Baldrian-Gewächs im Land.
Heilpflanze
Valerianae radix, Baldrianwurzel, ist vom Bundesgesundheitsamt mit einer Positiv-Monographie bedacht worden.
Siehe www.heilpflanzen-welt.de/deutsche-kommission-e-monographien-liste/
Der Arznei-Baldrian ist auch in Oberschwaben, wie in fast ganz Deutschland, verbreitet zu finden.
Valeriana officinalis hat bei Marianne Beuchert in "Symbolik der Pflanzen" ein eigenes kleines Kapitel (S. 31).
Hildegard von Bingen (1098 - 1179) hat sich schon mit dem Baldrian auseinandergesetzt, er heißt bei ihr "Denemacha", jedoch erwähnt sie nicht seine beruhigende Wirkung, siehe www.welterbe-klostermedizin.de und Karl Heinz Reger, "Hildegard Medizin. Die natürlichen Kräuterrezepte und Heilverfahren der hl. Hildegard von Bingen", Orbis Verlag 1998.
Nach Sebastian Kneipps erstem Werk "Meine Wasserkur" von 1886 sollte Baldrianwurzel zerschnitten zur Teebereitung und als Pulver in jeder Hausapotheke vorrätig sein.
Viel umfassender informiert Dr. med. Josef H. Kaiser in "Das große Kneipp-Hausbuch" von 1975 über die Anwendung der Baldrian wurzel, die er für eines der besten und unschädichsten pflanzlichen Beruhigungsmittel hält.
Der Arznei-Baldrian hat im Lehrbuch der biologischen Heilmittel" (Bd. 11) von Gerhard Madaus (1938) unter dem Namen "Valeriana" ein eigenes Kapitel.
Der Apotheker Mannfried Pahlow beschreibt in seinem interessanten Werk "Das große Buch der Heilpflanzen. Gesund durch die Heilkräfte der Natur", 2001, Inhaltsstoffe und Wirkung des Arznei-Baldrians und lobt seine Anwendung sehr. Insbesondere weil es keine Nebenwirkungen gibt und auch die Aufmerksamkeit nicht beeinträchtigt wird. Er empfiehlt ihn bei Aufregung vor Prüfungen.
Dr. Claudia Urbanovsky beschreibt in Ihrem Buch "Der Garten der Druiden. Das geheime Kräuterwissen der keltischen Heiler" von 2008 den Baldrian als von den Druiden genutzte Heilpflanze.
Eine historische Pflanzenmonographie über den Arznei-Baldrian sowie ein Artikel über seine heilende Wirkung findet sich auf den Internetseiten
der Forschergruppe Klostermedizin,siehe www.klostermedizin.de und www.welterbe-klostermedizin.de
Laut Rita Lüder, Grundkurs der Pflanzenbestimmung, 2006, S. 46, handelt es sich beim Arznei-Baldrian um eine sogenannte "Zeigerpflanze": er kommt vor allem auf feuchten Böden vor und gilt daher als „Feuchtezeiger“.
Steffen Guido Fleischhauer hat den Arznei-Baldrian in seine "Kleine Enzyklopädie der essbaren Wildpflanzen" von 2010 aufgenommen.
Roger Kalbermatten schreibt über den Baldrian in seinem Buch "Wesen und Signatur der Heilpflanzen. Die Gestalt als Schlüssel zur Heilkraft der Pflanzen", AT Verlag, 7. Aufl. 2011 unter den Aspekten "Ableitung von Spannungen, Erdung".
Der Arznei-Baldrian ist laut www.floraweb.de Raupen-Futterpflanze für 2 Falterarten.
Eine Beschreibung und schöne Fotos des Arznei-Baldrians findet man auf der italienischen Seite www.actaplantarum.org und auf der tschechischen Seite www.BioLib.cz und, sogar in deutscher Sprache, auf der finnischen Seite www.luontoportti.com/suomi/de.
Der Arznei-Baldrian wird im Arzneipflanzenlexikon der Kooperation Phytopharmaka ausführlich beschrieben
(siehe www. arzneipflanzenlexikon.info).
Über den Arznei-Baldrian gibt es auf der Seite www.giftpflanzen.com von
B. Bös ein eigenes Kapitel.
Der Echte Baldrian wird auf der Homepage des Botanischen Gartens der Universität Rostock im Monat Juni 2016 sehr schön als Pflanze des Monats beschrieben, siehe www.garten.uni-rostock.de.
Hunnius, 1966
Radix Valerianae - Baldrianwurzel DAB 6: schon seit vielen Jahrhunderten Anwendung als Sedativum bei nervösen Schlafstörungen, Herzbeschwerden, Neurasthenie u.a. als Pulver, Tinktur und Tee.
Homöopathie: "Valeriana" (die getrocknete Wurzel)
Blühmonate: Juli bis August
Standorte: Nasse bis wechselfeuchte, extensiv bewirtschaftete Feucht- und Moorwiesen, an Bächen, Gräben, Waldlichtungen, Ruderalstellen: Steinbrüche, basenhold
Häufigkeit: kommt in allen Bundesländern verbreitet, also in 40-90% der Kartierflächen, vor, aber auch zerstreut, in 5-40% der Kartierflächen (N-Sachsen, N-Niedersachsen, W-Schleswig-Holstein) und selten, in weniger als 5% der Kartierflächen (O-Nordrhein-Westfalen) und fehlt in W-Westfalen.
Areal: meridional/montanes bis boreales Europa, vom ozeanischen bis ins gemäßigte Klima vorkommend (Stufe 2-7 auf der 10-stufigen pflanzengeographischen Kontinentalitätsskala).
Sommergrün
Halbrosettenpflanze
Hemikryptophyt: Überdauerungsknospen in Höhe der Erdoberfläche / Chamaephyt: Überdauerungsknospen dicht über dem Boden
Staude
Rhizom
Insektenbestäubung
Vormännlichkeit: die Staubblätter geben den Pollen ab, bevor die Narbe der Blüte oder der Blüten des Blütenstandes) belegt werden kann, dadurch wird Fremdbestäubung erreicht
Windausbreitung, Wasserausbreitung der Samen
Lichtkeimer
Zeigerwerte:
Vergesellschaftung: wächst im Verband "Mädesüß-Hochstaudenfluren" (V Filipendulion ulmariae; V Filip.) und in der Ordnung "Nitrophytische Saum-Ges." (O Convolvuletalia sepium; O Convolv.).
Heilpflanze
Hinsichtlich der Blätter besteht Verwechslungsmöglichkeit u.a. mit Skabiose-Arten und Pole-monium.
In meiner Apothekenzeit war die Baldrianwurzel ein viel verlangtes Arzneimittel in verschiedenen Zubereitungen.
Ich selbst habe auch schon sehr gute Erfahrungen damit gemacht und würde bei Bedarf jederzeit wieder darauf zurückgreifen.
Europäische Pflanze
"Sumpfpflanze"
Steffen Guido Fleischhauer hat den Kleinen Baldrian in seine "Kleine Enzyklopädie der essbaren Wildpflanzen" von 2010 aufgenommen.
Der Kleine Baldrian ist laut www.floraweb.de Raupen-Futterpflanze für 1 Falterart.
Zahlreiche schöne Fotos und Informationen zum Kleinen Baldrian findet man auf der tschechischen Seite www.BioLib.cz.
Mittel- und südeuropäische Pflanze
"Bergpflanze"
Der Dreischnittige Baldrian ist laut www.floraweb.de Raupen-Futterpflanze für 2 Falterarten.
Eine Beschreibung und schöne Fotos des Dreischnittigen Baldrians findet man auf der italienischen Seite www.actaplantarum.org und auf der tschechischen Seite www.BioLib.cz.
Über den Dreischnittigen Baldrian gibt es auf der Seite www.giftpflanzen.com von B. Bös ein eigenes Kapitel.
Blühmonate: April bis Juli
Standorte: Hochmontane bis subalpine Felsspalten und Steinschuttfluren, basenhold
Häufigkeit:
Im Rückgang begriffen
Areal: submeridionales bis südlichtemperates//subalpines Europa, nur im ozeanischen Klima vorkommend (Stufe 2-3 auf der 10-stufigen pflanzengeographischen Kontinentalitätsskala).
Sommergrün
Rosettenlos
Hemikryptophyt: Überdauerungsknospen in Höhe der Erdoberfläche / Chamaephyt: Überdauerungsknospen dicht über dem Boden
kurzlebige Staude
Pleiokorm: verzweigter, oft verholzter Bodenspross, der trotz möglicher sprossbürtiger Bewurzelung auf die Verbindung mit der Primärwurzel
angewiesen bleibt
Insektenbestäubung: Fliegen
Gynodiözisch: mit weiblichen und zwittrigen Blüten auf verschiedenen Pflanzen (unvollständig zweihäusig)
Windausbreitung der Samen
Zeigerwerte:
Vergesellschaftung: wächst gern in der Klasse "Felsspalten- und Mauerfugen-Ges." (K Asplenietea trichomanis; K Aspl. trich.).
09.05.2010 - Truden in Südtirol:
Mittel- und südosteuropäische Pflanze
"Bergpflanze"
Der Felsen-Baldrian kommt in Deutschland nur in den Bayri- schen Alpen vor.
Habe ein paar Pflänzchen Felsen-Baldrian im September 2019 im Bregenzerwald auf dem Weg zum Glatthorn gesehen.
Eine Beschreibung und schöne Fotos des Felsen-Baldrians findet man auf der italienischen Seite www.actaplantarum.org und auf der tschechischen Seite www.BioLib.cz.
Laut www.floraweb.de liegen für den Felsen-Baldrian keine Angaben zur Nutzung durch Schmetterlinge vor.
Mittel- und südeuropäische Pflanze
"Bergpflanze"
Hinsichtlich der Blätter besteht Verwechslungsmöglichkeit u.a. mit dem Kleinen Baldrian.
Eine Beschreibung und schöne Fotos des Berg-Baldrians findet man auf der italienischen Seite www.actaplantarum.org und auf der tschechischen Seite www.BioLib.cz.
Der Berg-Baldrian ist laut www.floraweb.de Raupen-Futterpflanze für 2 Falterarten.
Über den Berg-Baldrian gibt es auf der Seite www.giftpflanzen.com von B. Bös ein eigenes Kapitel.
Blühmonate: April bis Juli
Standorte: Subalpine bis montane, frische, feinerdereiche Schuttfluren, kalkstet
Häufigkeit: Vorkommen nur in S-Bayern und SO-Baden-Württemberg. Bayerische Alpen verbreitet, Vorkommen in 40-90% der Kartierflächen, selten im Alpenvorland, Vorkommen in weniger als 5% der Kartierflächen
Areal: submeridional/subalpines bis südlichtemperates/dealpines Europa, nur im ozeanischen Klima vorkommend (Stufe 1-3 auf der 10-stufigen pflanzengeographischen Kontinentalitätsskala).
Sommergrün
Rosettenlos
Hemikryptophyt: Überdauerungsknospen in Höhe der Erdoberfläche
Staude
Pleiokorm: verzweigter, oft verholzter Bodenspross, der trotz möglicher sprossbürtiger Bewurzelung auf die Verbindung mit der Primärwurzel
angewiesen bleibt
Insektenbestäubung
Gynodiözisch: mit weiblichen und zwittrigen Blüten auf verschiedenen Pflanzen (unvollständig zweihäusig)
Vormännlichkeit: die Staubblätter geben den Pollen ab, bevor die Narbe der Blüte oder der Blüten des Blütenstandes) belegt werden kann, dadurch wird Fremdbestäubung erreicht
Windausbreitung der Samen
Lichtkeimer
Zeigerwerte:
Vergesellschaftung: wächst gern in den Verbänden "Alpine bis montane Feinschutt-Ges." (V Petasition paradoxi; V. Petasit. parad.), "Alpine bis montane Flussalluvionen-Ges." (V Epilobietalia fleischeri; V Epil. fleisch.) und "Blaugrasrasen" (V Seslerion variae; V Sesl.).
Auch: Valeriana sambucifolia
Valeriana officinalis ssp. sambucifolia
Nördliches und östliches Mitteleuropa
Laut Floraweb beginnt das Areal der Pflanze in Süd-deutschland ab der Iller nach Osten,
Ein Foto des Holunderblättrigen Kriech-Baldrians findet man auf der tschechischen Seite www.BioLib.cz.
Vielseitige Information und sehr schöne Bilder zum Holunderblättrigen Kriech-Baldrian findet man, sogar in deutscher Sprache, auf der finnischen Seite www.luontoportti.com/suomi/de.
Laut www.floraweb.de liegen für den Felsen-Baldrian keine Angaben zur Nutzung durch Schmetterlinge vor.